Archiv der Kategorie: Japan-Sew-Along 2014

Japan-Sew-Along: Viertes Treffen

Sicher habt ihr schon gemerkt, dass Pünktlichkeit nicht meine große Stärke ist. Diesen Post habe ich bereits für das letzte Treffen vorbereitet, dann fehlte mir aber die Zeit für den nötigen Feinschliff. Da mir auch die Zeit fehlte, um an meinem Japan-Projekt weiter zu arbeiten, kann ich den Artikel jetzt einfach beim vierten Treffen veröffentlichen:

Mit einiger Verspätung möchte ich mich heute zum dritten vierten Treffen des Sew-Alongs auf Tanoshii gesellen. Beim Treffen letzte vorletzte Woche habe ich ja schon erläutert, dass ich mich nicht nur aus ästhetischen sondern auch aus pragmatischen Gründen für  diesen Schnitte entschieden habe:
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Nämlich in der Hoffnung, dass er sich – aufgrund der großen Brustweite – relativ leicht an meine nicht-japanische Figur anpassen lässt. Und ich muss sagen, bisher bin ich recht optimistisch. Nicht dass ich wahnsinnig viel von Schnittanpassungen verstehen würde, im Gegenteil. Mein Halbwissen stammt aus dem Buch „Fit for real people“ und aus dem Craftsy-Kurs Fast Track Fitting. Und ich habe weder ersteres zu Ende gelesen noch letzteren zu Ende geguckt. Für das aktuelle Projekt hat es vielleicht doch gereicht. Folgendermaßen bin ich vorgegangen: Ich habe – an mir – den Abstand von der Schulternaht zum Brustpunkt gemessen und mit dem Schnittmuster verglichen. Dabei habe ich mich an den Fotos des Modells orientiert: Meine Einschätzung ist, dass der Brustpunkt ein wenig unterhalb der Naht liegt. Die Differenz betrug 5 cm. Um diese 5 cm habe ich das gesamte Schnittteil verlängert. Das bedeutet in diesem Fall, dass auch die Ärmel weiter werden.

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Durchsichtige Folie läßt sich ja leider nicht so gut fotografieren und ich war zu faul meine Veränderungen noch mal zu markieren, sorry! Aber wenn Ihr auf das Bild klickt wird es vergrößert und dann kann man, glaube ich ganz gut erkennen, wo ich die 5 cm eingesetzt habe. (Ähm ja, was immer es ist, was da neben dem Schnitteil auf dem Boden liegt, man kann es auch auf dem vergrößerten Bild nicht erkennen…was vielleicht auch besser ist) Auch das untere Schnitteil  habe ich um 5 cm verlängert (ohne Bild).

Danach habe ich die Schnitteile mit Klebeband zusammengeklebt und anprobiert (davon gibt es leider kein Foto). Das machte erst mal einen guten Eindruck und auch die Ärmel wirkten trotz insgesamt ja 10 cm mehr Weite nicht zu weit. Gut genug, um einen Versuch in Stoff zu wagen.

Eigentlich wollte ich ja 70er Jahre Bettwäsche mit gelben Pril-Blumen als Stoff verwenden. Als ich jedoch am Wochenende das Nähzimmer aufräumte, fiel mir dieser Stoff in die Hände:

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kam leider erst nach dem Zuschneiden auf die Idee zu fotografieren. Um die Dimensionen zu veranschaulichen habe ich die Münze dazu gelegt

Es ist ein leichter, schön fließender Stoff. Vor allem die Streifen brachten mich auf die Idee, ihn für dieses Projekt zu verwenden. Denn die Spielerei mit den Streifen – oben quer, unten längs, macht ja auch das Modell im Buch so reizvoll. Warum also nicht auch diesen Effekt ausprobieren, auch wenn die Streifen etwas anders geartet sind? Das Stück Stoff, hatte genau die richtige Größe, nur die Ärmel musste ich um ca. 2 cm kürzen, was aber für den Sommer nicht verkehrt sein sollte…

Zugeschnitten habe ich also, zum Nähen bin ich leider noch nicht gekommen. Mal sehen, ob diese Woĉhe ein bisschen mehr Zeit übrig bleibt.

An dieser Stelle würde ich gerne noch einen kleinen Hilferuf loslassen: Ich freue mich immer sehr über die Kommentare, die Ihr hier hinterlasst. Und ich würde eigentlich auch gerne öfter mal bei Euch kommentieren. Aber: Es funktioniert nicht. Zumindest ziemlich oft nicht. Wenn ich versuche mit meinem WordPress-Account zu kommentieren, verschwinden die Kommentare scheinbar irgendwo im Nirwana, sobald ich auf  „veröffentlichen“ klicke, auf jeden Fall tauchen sie nicht unter dem Artikel auf, den ich eigentlich kommentieren wollte. Bis vor kurzem dachte ich, es funktioniert wenigstens noch mit Name/URL aber auch da ist mir vor kurzem genau das gleiche passiert. Sobald ich auf „veröffentlichen“ geklickt habe, war der Kommentar wie von Geisterhand verschwunden. (Auch noch nach Stunden, Tagen, Wochen – so dass es also nicht daran liegen kann, dass der Kommentar erst freigeschaltet werden musste.) Ich glaube es betrifft in erster Linie blogspot-Blogs, aber so richtig konnte ich noch kein System erkenne. Das ganze ist natürlich ziemlich frustrierend. Ich schreibe einen schönen Kommentar und schwupps ist er verschwunden. Nachdem mir das mehrfach passiert ist, ist meine Lust, es überhaupt zu versuchen stark geschrumpft. Deswegen jetzt, hier: Hiiiilfe!!!! Kennt jemand dieses Problem? Weiß vielleicht sogar jemand eine Lösung? Oder hat zumindest Ideen oder Vorschläge? Ich wäre Euch sehr, sehr dankbar. Dann könnte ich mich nämlich auch ein wenig mehr am regen Sew-Along-Austausch beteiligen.

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Japan-Sew-Along – zweites Treffen

Zum heutige zweiten Treffen fragt Catrin:

Die Schnitte/Bücher sind da: Welche Modelle möchtet Ihr nähen? Eines oder mehrere? Habt Ihr schon schon Stoffe parat oder Ideen dazu

Ich habe ja bereits im Post vom letzten Montag verraten, dass ich das Titelmodell aus diesem Buch nähen will:

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Zwar gefallen mir viele japanische Schnittmuster außerordentlich gut, aber dennoch bin ich skeptisch, ob sie auch wirklich etwas für mich sind. Und das hat einen Grund: Ich habe keine japanische Figur. Ich bin 1,72 groß und meine Figur lässt sich in etwa  mit den Konfektionsgrößen 44 bis 46 beschreiben, wobei es am Oberkörper auch mal Richtung 42 gehen kann, unterhalb der Gürtellinie aber definitiv 46 ist. In einem normalen japanischen Nähbuch kommen solche Masse nicht vor. So ist z. B. in meinem May Me Buch für die größte Größe LL ein Brustumfang von 91 cm angegeben. Ich habe 102 cm zu bieten.

Deswegen habe ich mich für die Tunika, das Titelmodell meines Buches nicht nur entschieden, weil sie mir gefällt, sondern auch aus pragmatischen Gründen. Es ist das Modell mit dem weitesten Brustumfang   aus dem Buch (142 cm). Meine Hoffnung ist deswegen, dass eine Anpassung des Schnittes an meine Maße vielleicht relativ einfach gelingen könnte. Sollte mir eine solche Anpassung tatsächlich gelingen bleibt immer noch die Frage, wie die Tunika dann an mir aussieht. Ehrlich gesagt rechne ich damit, dass ich darin womöglich ziemlich schwanger aussehe, obwohl ich es nicht bin.

Ich nehme mir erst mal nur dieses eine Stück vor, um Frust zu vermeiden. Heimlich träume ich aber davon noch mehr zu schaffen, und zwar diese Bluse:

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Sie kann auf zwei Arten getragen werden: klassisch in der Mitte geknöpft (kleines Bild rechts) oder eben wie in dem großen Bild nur unten überkreuzt geknöpft (die Knöpfe befinden sich in der Seitennaht).  Gerade diese letzte Version gefällt mir besonders gut. Allerdings befürchte ich, dass sie auch Quelle für Passformprobleme ist, denn es muss ja hier nicht nur die Brustweite stimmen, sondern die Bluse muss auch im überkreuzten Zustand noch um den Bauch passen. Oh, oh, das könnte eng werden.

Für die Tunika habe ich schon Stoffe ausgwählt: 70er Jahre Bettwäsche mit gelben Pril-Blumen. Statt zu säumen möchte ich mit Schrägband in orange einfassen, ebenso den Halsauschnitt.

Dass andere sich deutlich mehr vorgenommen haben als ich, könnt Ihr auf dem Tanoshii-Blog nachlesen, wo das heute das zweite Treffen zum Japan-Sew-Along stattfindet.

Japan-Sew-Along – erstes Treffen

Sew-Along

Mit einem Tag Verspätung möchte ich mich heute noch dem Japan-Sew-Along auf dem Tanoshii-Blog  anschließen. Catrin vom Stoffbüro, die den Sew-Along organisiert fragt heute:

Wer macht mit, und warum?
Was findet jede einzelne Teilnehmerin reizvoll, spannend, interessant?
Habt Ihr Euch schon für ein Buch entschieden?
Erst vor wenigen Wochen kam ein Päckchen mit zwei japanischen Schnittmusterbüchern, die ich direkt in Japan bestellt hatte, hier an. Eines mit Taschenschnitten und eines mit Kleiderschnitten.
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Vor ungefähr einem Jahr entdeckte ich japanische Schnittmuster und Nähbücher in der weiten Welt der Nähblogs und stieß dann auch bald auf den Tanoshii-Blog, über den ich mich besonders freute. Ich empfinde die japanischen Schnittmuster und ihre Umsetzung und Inszenierung in den Büchern als einfach, erdig, schlicht und doch gleichzeitig als raffiniert und besonders. Das ist es, was mich daran fasziniert.
Ein Jahr lang schlich ich also virtuell um diverse japanische Nähbücher herum, habe immer wieder neue entdeckt und angeschaut und erfüllte mir schließlich zu meinem diesjährigen Geburtstag den lang gehegten Wunsch. Das May Me Buch (wenn ich es richtig verstehe ist May Me der Künstlername der Designerin), eine Sewing Pochee Spezial-Ausgabe entdeckte ich im Blog von Nicibiene, die ja auch am Sew-Along teilnimmt (auf ihrem Foto ist das Buch auch zu sehen), und zwar in diesem Beitrag. Es war eines der ersten japanischen Nähbücher, die ich entdeckte und obwohl ich zwischendurch viele andere angesehen und -geschmachtet habe, habe ich dann doch dieses bestellt, weil mir darin so viele Modelle so gut gefallen. Auch das Taschenbuch (Umami Lesson 1,2 – es geht hier ausschließlich um Ledertaschen) entdeckte ich in einem Blog, weiß aber leider nicht mehr in welchem.
Also, der langen Rede kurzer Sinn: Die Bücher sind hier. Ein japanisches Nähprojekt stand deswegen sowieso ganz oben auf meiner Liste (bisher habe ich noch nichts daraus genäht). Der Zeitpunkt passt mir also sehr gut. Und ich erhoffe mir vom Sew-Along Motivation und eine bessere Selbstdisziplin. Außerdem bin ich natürlich gespannt, was die anderen machen. Zuzusehen wie so viele verschiedene (und vielleicht auch einige gleiche) japanische Schnitte von so vielen verschiedenen Menschen umgesetzt werden ist sicher wahnsinnig interessant und inspirierend! Deswegen auch an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Catrin für das Organisieren des Sew-Alongs und das Zeigen Ihrer wunderschönen selbst genähten Beispiele.
Ich werde auf jeden Fall ein Kleidungsstücke aus dem May-Me-Buch nähen. Und zwar, soviel kann ich schon verraten, das Titelmodell. Mehr dazu erzähle ich beim nächsten Treffen am kommenden Montag.
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(Aus irgendeinem Grund lässt wordpress in der publizierten Version einfach die Absätze weg und der Text wirkt wie eine lange unübersichtliche Wurst 😦  Ich finde aber gerade keine Möglichkeit das zu ändern, deswegen bleibt es jetzt so…)