Archiv für den Monat August 2015

BH Sew-Along 1: Inspiration und Planung

In der zweiten Urlaubswoche machte sich der Nähentzug langsam bemerkbar und ich begann Pläne zu schmieden, was ich nach meiner Rückkehr alles nähen wollte. Neben dem bald benötigtem Einschulungskleid und einem Hemd für die Lebenshilfe sollte das auch der Seamwork-BH Florence sein. Nachdem ich vor dem Urlaub ein, im Urlaub benötigtes Hochzeitsgastkleid mit dreilagigem Rockteil genäht habe, erschien mir so ein BH mit seinen kleinen Schnittteilen und kurzen Nähten sehr verlockend. Daher war ich hocherfreut als ich nach meiner Rückkehr die Ankündigung des BH-Sew-Alongs bei Julia entdeckte. Allerdings habe ich noch nie einen BH genäht und weiß also nicht wirklich worauf ich mich da einlasse.

Vor meinen Schwangerschaften habe ich so gut wie nie BHs getragen. Meine Brüste waren klein und ich empfand das Tragen eines BHs als unangenehm und einengend. Zwei gestillte Kinder später und um etliche Kilos schwerer hat sich das geändert. Ich fühle mich mit BH sicherer, aber nicht unbedingt immer wohler. Oft genug würde ich ihn immer noch am liebsten ganz weglassen, traue mich das aber nur noch ganz selten. (Es kommt allerdings vor, dass ich ihn einfach vergesse. So geschehen im letzten Jahr ausgerechnet bei einer Hochzeit…) Deswegen mag ich auch nur BHs, die ich kaum spüre und das sind vor allem ganz einfache Modelle. Bügel finde ich ganz schrecklich. Nähte finde ich oft unangenehm, besonders wenn sie quer über die Brust verlaufen. Gepolstere Cups habe ich noch nie ernsthaft probiert, stelle ich mir aber unangenehm vor. Auch was das Material betrifft, bin ich eher wählerisch.

Lange Zeit trug ich deshalb vor allem ganz einfache Baumwoll-BHs. Seit ich festgestellt habe, dass  sich die modernen Polyester-Stoffe gar nicht so unangenehm tragen, wie ich vermutet hatte, trage ich vor allem Bustiers und Sport-BHs aus solchem Material. Es stützt ausreichend, leiert kaum aus und kommt ohne Nähte aus und ist (im Gegensatz zu den Baumwoll-BHs) in vielen bunten Farben zu haben.

BHsWas verspreche ich mir also davon, einen BH selber zu nähen? Ließe sich ein Schnittmuster finden, das meine Ansprüche erfüllt und für mich angenehm zu tragen ist, hätte ich die Möglichkeit BHs zu nähen, die funktional UND schön sind. Letzteres vermisse ich ein bisschen bei meinen aktuellen Modellen. Allerdings bin ich skeptisch, ob es dieses perfekte Schnittmuster für mich gibt.

In meinem Besitz befinden sich zwei BH-Schnittmuster:

SchnittmusterJalie 3131 und – oben bereits erwähnt – Florence von seamwork. Der letztere ist eigentlich eher ein Bustier, würde ich denken, denn er ist im Rücken geschlossen und muss über den Kopf gezogen werden. Allerdings stelle ich es mir einfach vor, das Schnittmuster so abzuändern, dass sich der BH im Rücken öffnen lässt.

Florence
Florence
Jalie 3131
Jalie 3131

Bei Florence verläuft eine Naht über die Brust, allerdings verschwindet die Nahtzugabe zwischen zwei Stofflagen, da das Seitenteil gedoppelt ist. Das ist schon mal gut. Jalie 3131 kommt ohne Naht über der Brust aus, die Cups werden aber unterhalb der Brust eingekräuselt. Der BH wird komplett gedoppelt, aber kann das Gekräusel unter der Brust angenehm sein? Ich habe da so meine Zweifel.

Wie schon gesagt bin ich Anfängerin auf diesem Gebiet und weiß auch theoretisch nichts über das Nähen von BHs. Mit Interesse habe einige Blogbeiträge zu dem Thema gelesen, vor allem von unserer Gastgeberin Julia (hier beim aktuellen ersten Sew-Along-Treffen und hier) und von Mema (z.B hier, hier, hier und hier, auch im Podcast von Muriel erzählte sie übers BH-Nähen). Beide empfehlen ja auch den Craftsy-Kurs von Beverly Johnson, den ich mir jetzt doch auch zugelegt habe, weil er am Wochenende so günstig zu haben war. Ansonsten habe ich leider nicht die Zeit und Muse mich intensiver in das Thema einzulesen. Aber erfahrungsgemäß  wird ja im Laufe eines Sew-Alongs viel an Know-How, Tipps und Tricks zusammengetragen.

Hier findet schon seit dem 5.8. das erste Treffen statt und ihr könnt die anderen Teilnehmerinnen kennen lernen. Ich geselle mich wieder mal in letzte Minute dazu, denn bereits morgen findet das zweite Treffen statt. Ich kann bereits jetzt mit Sicherheit sagen, dass ich wieder zu spät kommen werde. Vielen Dank, liebe Julia, für die Organisation, die Gastfreundschaft und die lange Verlinkungsmöglichkeit.