Archiv für den Monat Mai 2014

Japan-Sew-Along – zweites Treffen

Zum heutige zweiten Treffen fragt Catrin:

Die Schnitte/Bücher sind da: Welche Modelle möchtet Ihr nähen? Eines oder mehrere? Habt Ihr schon schon Stoffe parat oder Ideen dazu

Ich habe ja bereits im Post vom letzten Montag verraten, dass ich das Titelmodell aus diesem Buch nähen will:

P_20140513_103709

Zwar gefallen mir viele japanische Schnittmuster außerordentlich gut, aber dennoch bin ich skeptisch, ob sie auch wirklich etwas für mich sind. Und das hat einen Grund: Ich habe keine japanische Figur. Ich bin 1,72 groß und meine Figur lässt sich in etwa  mit den Konfektionsgrößen 44 bis 46 beschreiben, wobei es am Oberkörper auch mal Richtung 42 gehen kann, unterhalb der Gürtellinie aber definitiv 46 ist. In einem normalen japanischen Nähbuch kommen solche Masse nicht vor. So ist z. B. in meinem May Me Buch für die größte Größe LL ein Brustumfang von 91 cm angegeben. Ich habe 102 cm zu bieten.

Deswegen habe ich mich für die Tunika, das Titelmodell meines Buches nicht nur entschieden, weil sie mir gefällt, sondern auch aus pragmatischen Gründen. Es ist das Modell mit dem weitesten Brustumfang   aus dem Buch (142 cm). Meine Hoffnung ist deswegen, dass eine Anpassung des Schnittes an meine Maße vielleicht relativ einfach gelingen könnte. Sollte mir eine solche Anpassung tatsächlich gelingen bleibt immer noch die Frage, wie die Tunika dann an mir aussieht. Ehrlich gesagt rechne ich damit, dass ich darin womöglich ziemlich schwanger aussehe, obwohl ich es nicht bin.

Ich nehme mir erst mal nur dieses eine Stück vor, um Frust zu vermeiden. Heimlich träume ich aber davon noch mehr zu schaffen, und zwar diese Bluse:

P_20140519_081836

Sie kann auf zwei Arten getragen werden: klassisch in der Mitte geknöpft (kleines Bild rechts) oder eben wie in dem großen Bild nur unten überkreuzt geknöpft (die Knöpfe befinden sich in der Seitennaht).  Gerade diese letzte Version gefällt mir besonders gut. Allerdings befürchte ich, dass sie auch Quelle für Passformprobleme ist, denn es muss ja hier nicht nur die Brustweite stimmen, sondern die Bluse muss auch im überkreuzten Zustand noch um den Bauch passen. Oh, oh, das könnte eng werden.

Für die Tunika habe ich schon Stoffe ausgwählt: 70er Jahre Bettwäsche mit gelben Pril-Blumen. Statt zu säumen möchte ich mit Schrägband in orange einfassen, ebenso den Halsauschnitt.

Dass andere sich deutlich mehr vorgenommen haben als ich, könnt Ihr auf dem Tanoshii-Blog nachlesen, wo das heute das zweite Treffen zum Japan-Sew-Along stattfindet.

Japan-Sew-Along – erstes Treffen

Sew-Along

Mit einem Tag Verspätung möchte ich mich heute noch dem Japan-Sew-Along auf dem Tanoshii-Blog  anschließen. Catrin vom Stoffbüro, die den Sew-Along organisiert fragt heute:

Wer macht mit, und warum?
Was findet jede einzelne Teilnehmerin reizvoll, spannend, interessant?
Habt Ihr Euch schon für ein Buch entschieden?
Erst vor wenigen Wochen kam ein Päckchen mit zwei japanischen Schnittmusterbüchern, die ich direkt in Japan bestellt hatte, hier an. Eines mit Taschenschnitten und eines mit Kleiderschnitten.
P_20140319_094724
Vor ungefähr einem Jahr entdeckte ich japanische Schnittmuster und Nähbücher in der weiten Welt der Nähblogs und stieß dann auch bald auf den Tanoshii-Blog, über den ich mich besonders freute. Ich empfinde die japanischen Schnittmuster und ihre Umsetzung und Inszenierung in den Büchern als einfach, erdig, schlicht und doch gleichzeitig als raffiniert und besonders. Das ist es, was mich daran fasziniert.
Ein Jahr lang schlich ich also virtuell um diverse japanische Nähbücher herum, habe immer wieder neue entdeckt und angeschaut und erfüllte mir schließlich zu meinem diesjährigen Geburtstag den lang gehegten Wunsch. Das May Me Buch (wenn ich es richtig verstehe ist May Me der Künstlername der Designerin), eine Sewing Pochee Spezial-Ausgabe entdeckte ich im Blog von Nicibiene, die ja auch am Sew-Along teilnimmt (auf ihrem Foto ist das Buch auch zu sehen), und zwar in diesem Beitrag. Es war eines der ersten japanischen Nähbücher, die ich entdeckte und obwohl ich zwischendurch viele andere angesehen und -geschmachtet habe, habe ich dann doch dieses bestellt, weil mir darin so viele Modelle so gut gefallen. Auch das Taschenbuch (Umami Lesson 1,2 – es geht hier ausschließlich um Ledertaschen) entdeckte ich in einem Blog, weiß aber leider nicht mehr in welchem.
Also, der langen Rede kurzer Sinn: Die Bücher sind hier. Ein japanisches Nähprojekt stand deswegen sowieso ganz oben auf meiner Liste (bisher habe ich noch nichts daraus genäht). Der Zeitpunkt passt mir also sehr gut. Und ich erhoffe mir vom Sew-Along Motivation und eine bessere Selbstdisziplin. Außerdem bin ich natürlich gespannt, was die anderen machen. Zuzusehen wie so viele verschiedene (und vielleicht auch einige gleiche) japanische Schnitte von so vielen verschiedenen Menschen umgesetzt werden ist sicher wahnsinnig interessant und inspirierend! Deswegen auch an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Catrin für das Organisieren des Sew-Alongs und das Zeigen Ihrer wunderschönen selbst genähten Beispiele.
Ich werde auf jeden Fall ein Kleidungsstücke aus dem May-Me-Buch nähen. Und zwar, soviel kann ich schon verraten, das Titelmodell. Mehr dazu erzähle ich beim nächsten Treffen am kommenden Montag.
P_20140513_103709
(Aus irgendeinem Grund lässt wordpress in der publizierten Version einfach die Absätze weg und der Text wirkt wie eine lange unübersichtliche Wurst 😦  Ich finde aber gerade keine Möglichkeit das zu ändern, deswegen bleibt es jetzt so…)

Wochenrückblick? Zweimonatsrückblick! (KW 10 bis 19)

(Achtung! LANGER Text mit VIELEN Bildern)

Oh, oh, oh, das war aber eine sehr lange Blogpause. Es gab einfach zu viel echtes Leben. Zu viel Arbeit, zu viel Besuch, zu viel Müdigkeit am Ende des Tages. Ich konnte mich nicht aufraffen, den Blog zu beschreiben. Nach einer Rüge von meinem Nähfan aus dem Süden (in den Kommentaren zum letzten Artikel) nahm ich einen Anlauf, aber auch dieser scheiterte und mit Schrecken habe ich gerade festgestellt, dass das auch schon wieder über einen Monat her ist. Wo bleibt nur die Zeit?

Also los geht’s! Handarbeiten: Der Frust zuerst. Seit dem letzten Rückblick habe ich kein einziges Stück zu Ende genäht. Immer kommt etwas unerwartetes dazwischen oder es wird plötzlich kompliziert (oft an Stellen, an denen ich nicht mit Komplikationen rechne) und alles dauert viel länger als vorher gedacht. Und dann gibt es ja sowieso meinen persönlichen Feind, die Passform. Ich hätte so gerne mal ein Erfolgserlebnis. Oder das Gefühl, dass es voran geht. Stellt sich leider gerade nicht ein…Stattdessen das Gefühl, dass ich meine lange To-Sew-Liste mit ins Grab nehmen werde, genau so wie den Traum, irgendwann mal richtig gut und richtig viel zu nähen.

All das hindert mich natürlich nicht daran, immer noch mehr Ressourcen einzulagern: P_20140319_095012 P_20140319_094724

Zum Beispiel Bücher die ich zufällig im Flohmarkt-Stapel unserer lokalen Mini-Bibliothek entdeckte. Oder andere Bücher, die ich mir aus dem fernen Japan schicken lies.

P_20140319_094418_004P_20140509_164112

Fahrradschläuche aus dem Schrottcontainer, noch mehr Fahrradschläuche, vom Nähfan aus dem Süden extra wieder aus der Mülltonne gefischt bzw. von seiner Göttergattin für mich plattgefahren. Und natürlich Stoff vom Stoffmarkt. Wobei es mir zum ersten Mal gelungen ist KEINEN Jersey zu kaufen. Bisher habe ich mir immer vorgenommen unbedingt Webstoff zu kaufen, um dann mit tonnenweise Jersey heimzukommen. Diesmal habe ich mir ein absolutes Jerseykaufverbot auferlegt und mich – zu meinem eigenen Erstaunen – auch daran gehalten (wobei ich dem einen ein bisschen hinterher trauer).

Ein ganz besonderes Paket erreichte mich kurz vor Ostern:P_20140425_113614

Diese Bänder erbte ich von meiner Oma, die leider im  Dezember gestorben ist. Mein Vater fand die Kiste beim Aufräumen der Wohnung und hat an mich gedacht, worüber ich mich sehr gefreut habe. Und noch mehr freute ich mich über die persönlichen Erinnerungen, die er mit den Bändern verbindet und die er für mich aufgeschrieben hat. Die Schwester seines Vaters besaß wohl eine Bandweberei, was ich bis dato auch noch nicht wusste und aus dieser stammt zumindest ein Teil der Bänder. Leider gibt es von ein paar besonders schönen Bändern nur noch ganz kurze Reste:

P_20140425_113933

Nichts desto Trotz bin ich sehr glücklich darüber, dass dieses besondere Andenken den Weg zu mir gefunden hat und hoffe, dass das ein oder andere Band in einem Nähprojekt einen guten Platz finden wird.

Eigentlich wollte ich am „Untendrunter“ Sew-Along von Catherine mitmachen. Aber irgendwie ging es mir dann alles zu schnell. (Was dann natürlich auch zu meinem Nähfrust beigetragen hat.) Jetzt hat sich aber bereits das nächste, für mich interessante Sew-Along aufgetan, nämlich der Japan-Sew-Along auf dem Tanoshii-Blog, der morgen startet. Ich bin wild entschlossen, daran teilzunehmen. (Heißt es es jetzt der oder das Sew-Along? Ich schreibe selber mal so und so, weil ich mich nicht entscheiden kann…)

Gärtnern: Während beim Handarbeiten Frust aufkam hat sich immerhin beim Gärtnern wieder ein bisschen Lust eingestellt (vielleicht geht immer nur eines?). Im Großen und Ganzen sieht der Garten zwar noch sehr wild aus:

P_20140425_113028Wer wissen möchte, warum in unserem Garten Monitor-Gehäuse herumliegen, wende sich bitte vertrauensvoll an Kind B.

An manchen Stellen sieht es aber auch (ansatzweise) schon aus, wie in einem richtigen Garten (leider zum Teil etwas unscharf, aber ich will es trotzdem hier festhalten):

P_20140425_113103 P_20140425_112953P_20140425_112933 P_20140425_112924

Das ist übrigens die gleiche Stelle, wie auf den beiden unteren Bildern, noch im letzten Jahr:

2013-04-29 15.56.41

Auch der kleine Apfelbaum hat fleißig geblüht und besonders freut mich, dass das Gemüsebeet nach dem tatkräftigen Besuch einer Freundin aus Berlin deutlich größer geworden ist und jetzt auch in etwa so aussieht wie ein Gemüsebeet:

P_20140425_113013 P_20140511_132214

Gestern war ich anlässlich eines 40. Geburtstages zum Eurovision Song Contest Gucken eingeldaden. Ich war selber überrascht, was für einen tollen Blumenstrauß unser Garten hergab:

2014-05-10 19.41.47

Außerdem hatte ich seit Jahren keinen Song Contest mehr gesehen und vergessen, wie viel Spaß das macht, wenn man sich in der richtigen Gesellschaft befindet. Ich persönlich finde übrigens, dass die Weißrussen mit Ihrem Käsekuchen-Lied viel zu schlecht weggekommen sind. (Ich finde auch noch mehr, aber das gebe ich jetzt nicht alles hier zum besten. Über die Beiträge von Österreich, Deutschland und auch den Niederlanden wird ja sicher an anderer Stelle genug geschrieben, ich wollte mal auf die hinweisen, über die nix geschrieben wird (außer in Weißrussland vermutlich).)

Zuletzt Kurioses: Schon mal ein Brot gesehen, dass die Zunge raus streckt? Die Lebenshilfe hat genau so eines gebacken:

P_20140510_132459

Uff, das war jetzt ein SEHR langer Post. In Zukunft sollte ich wohl doch wieder öfter posten, damit es dann nicht so viel auf einmal wird und ich nicht einen kompletten Sonntag Nachmittag zum Schreiben brauche.