Archiv für den Monat Januar 2014

MMM #2 – Versuch macht kluch

Heute morgen habe ich verschlafen und deswegen beim Anziehen nur schnell nach den erstbesten Sachen gegriffen. Erst als ich angezogen war stellte ich fest, dass es sich sowohl bei Hose als auch Kleid um selbstgenähtes handelt und dass außerdem noch Mittwoch ist. Das freute mich umso mehr, als mein eigentlicher Plan war, heute endlich das fertige Weihnachtskleid zu präsentieren. Aus mir unerfindlichen Gründen liegt aber eben dieses Weihnachtskleid noch immer ungesäumt im Nähzimmer herum. Noch ein wenig später wurde mir jedoch klar, dass das Kleid, das ich heute trage das gleiche ist, das ich bereits an meinem ersten und bisher einzigen Me made Mittwoch getragen habe. Das ist natürlich wenig originell. Witzigerweise schreibt jedoch MMM-Gastgeberin Meike genau heute: „Beim Me Made Mittwoch kommt es nicht zwangsläufig darauf an, etwas Neues zu zeigen! Es geht um selbstgemacht, um Kleidung, um Präsentation am echten Menschen. Ist es nicht eigentlich viel spannender rückblickend zu schauen, ob sich das Genähte bewährt hat und geliebt wird? Und wenn ja in welchen Situation und wie kombiniert?“ Passt doch!

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Versuch 1: Mehr zum Kleid könnt Ihr also bei meinem letzten MMM nachlesen. Damals hatte ich das Kleid gerade in der Nacht vorher fertig genäht und war nicht ganz überzeugt. Ich hatte einen kleine Fehler entdeckt und fand das Kleid zu kurz, hatte aber nach dem ersten Tragen den Eindruck, dass es alltagstauglich ist. Mittlerweile kann ich ganz klar sagen, das Kleid hat sich bewährt. Ich trage es oft und gerne, ich bin mit der Passform zufrieden, fühle mich darin wohl und gefalle mir in dem Kleid. Die Länge stört mich nach wie vor am meisten. Den kleinen Fehler am Halseinsatz habe ich nicht mehr ausgebessert und er stört mich auch nicht. Es ist ein perfektes Alltagskleid, denn mein Alltag ist, was die Kleidung betrifft zum Glück nicht anspruchsvoll. Deswegen kann ich auch damit leben,dass die meisten Shirts, wenn ich sie drunter trage, am Ausschnitt hervorblitzen, wie es auch auf den Bildern zu sehen ist. Aber wirklich gefallen tut mir das nicht. Da muss ich wohl noch an meiner Shirt-Sammlung arbeiten. Der Schnitt gefällt mir dafür extrem gut und da wird es auf jeden Fall noch mehr geben.

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Versuch 2: Den Hosenschnitt habe ich von einer Kaufhose abnehmen lassen und bisher nur einmal  in dieser Version aus schwarzem Cord genäht. Und dabei gelernt, dass der Schnitt nicht für so dicke Stoffe wie Cord geeignet ist. Auch ist dieses Modell leider etwas zu kurz geraten, irgendwas muss da beim Zuschneiden schief gegangen sein. Obwohl nicht perfekt, ist auch diese Hose alltagstauglich und wird  – nicht zuletzt aus akutem Hosenmangel – in letzter Zeit recht häufig getragen. Den Schnitt werde ich auf jeden Fall aus anderem Stoff, am liebsten Leinen, noch mal nähen.

Versuch 3: Habe heute zum ersten mal mit der Fernbedienung für den Selbstauslöser fotografiert, die ich mir zu Weihnachten gewünscht und auch bekommen habe. Irgendwo in diesem Haus gibt es auch ein Stativ, nur leider habe ich es heute nicht gefunden. Deswegen musste ich mit dieser wackeligen Konstruktion aus Küchenschüssel und Nikolausstiefel arbeiten (Chaos auf der Küchenplatte inklusive):

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Das Fotografieren und Herumexperimentieren hat mir aber gleich viel mehr Spaß gemacht, weil ich viel ungehemmter war ohne einen anderen Menschen, der mich fotografieren muss. Am besten gefallen mir die Hampelfotos, deswegen gibt es zum Schluss noch eines. Jetzt schnell vor Mitternacht noch rüber hüpfen in die MMM-Linkliste und dann muss ich mich dort selber noch mal in Ruhe umsehen.

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Wochenrückblick KW 1 & 2

Von Neujahrsvorsätzen halte ich eher wenig, ich habe dazu eine ähnliche Meinung wie Meike. Ich glaube außerdem, dass solche Vorsätze der beste Weg sind, um am Ende noch unzufriedener und unglücklicher mit sich selbst zu sein, weil man wieder nicht geschafft hat, was man sich vorgenommen hat. Sehr schön zum Thema finde ich diesen Artikel bei Nina von werkeltagebuch. Trotzdem habe ich mir für das neue Jahr etwas vorgenommen: Um diesen Blog hier etwas zu beleben möchte ich Wochenrückblicke oder zumindest Zweiwochenrücklicke schreiben.  Natürlich soll es ums Handarbeiten gehen, aber nicht nur. Ich will mich da auch gar nicht festlegen, alles was mir erwähnenswert erscheint, werde ich erwähnen. Und lasse mich überraschen, was daraus ensteht. Meine Vision ist, dass ich mich am Ende dieses Jahres durch meine Wochenrückblicke klicke und das Jahr vor meinem inneren Auge noch mal abläuft. Vielleicht erstelle ich dann sogar einen Jahresrückblick, aber nur vielleicht, denn zu viel will ich mir aus obengennanten Gründen nicht vornehmen.

Jetzt geht es also los mit KW 1 und KW2:

Handarbeiten:  Zum Nähen konnte ich mich in der ersten Woche gar nicht durchringen. So liegt das Weihnachtskleid noch immer ungesäumt hier herum (zu Weihnachten habe ich es aber trotzdem getragen). Letzte Woche habe ich immerhin ein bißchen abgepaust und zugeschnitten, allerdings nur für die Kinder. Letztes Wochenende musste ganz schnell ein Gespensterkostüm für Kind A her, was natürlich ein extrem anspruchsloses Projekt ist. Aber beim Nähen fiel mir auf, wie viel mehr Spaß das Arbeiten macht ohne lästiges Schnitt abpausen, korrektes Zuschneiden und vor allem ohne leidige Passform. Aber natürlich habe ich nicht Nähen gelernt um mir dann gespensterkostüm-ähnliche Kleider zu nähen und werde mich deswegen wohl auch weiter mit den nicht so schönen Seiten des Nähens herumschlagen. Der Grat zwischen Herausforderung und Überforderung ist dabei leider manchmal sehr schmal und ich habe in letzter Zeit gemerkt, dass es der Motivation hin und wieder gut tut, wenn ich zwischen die Herausforderungen immer wieder auch einfachere Projekte schiebe.  Denn vor allem anand dieser wird mir oft bewusst, dass ich doch schon einiges gelernt habe und ich bei vielem auch routinierter werde.

Hier ist übrigens das Gespenst (jaaa – es sieht ein bißchen nach Ku-Klux-Klan aus, aber ich weiß nicht, wie ich es mit abnehmbaren Kopfteil besser hätte machen können…Kopfhaltung und das was man vom Gesichtsaudruck sieht, sind diesbezüglich natürlich auch nicht sehr vorteilhaft):

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Statt genäht habe ich gestrickt, das läßt sich so gut mit Vor-dem-Bildschirm-Rumhängen verbinden. Und zwar stricke ich meinen ersten Socken, was ich sehr aufregend finde. Ich glaube, das könnte eine ganz große Liebe werden, ich und das Sockenstricken. Aber man soll ja am Anfang einer Beziehung nicht so große Erwartungen haben. IMG_2040

Gleichzeitig mit dem Sockenstricken habe ich ravelry entdeckt. Angemeldet habe ich mich dort schon vor einer Weile, um mir die Projekte von anderen ansehen zu können (Strickerinnen verlinken in ihren Blogs oft direkt auf ihre Projekte bei ravelry). Begeistert bin ich von der Möglichkeit, wie man dort seine persönlichen Strickprojekt (aktuelle und geplante) und den Garnvorrat organisieren kann. Ich finde sowas sollte es auch fürs Nähen geben (oder gibt es das womöglich schon und ich habe es noch nicht entdeckt?). Die Stulpen von hier sind übrigens zu ca. 75 % fertig gestellt.  Nach Silvester wollte eine Nadel des Nadelspiels jedoch noch ein bißchen länger im schönen Dresden bleiben, was man ja auch verstehen kann, desewgen liegt dieses Projekt erst mal auf Eis bis die verlorene Nadel wieder heimkehrt.

Sonstiges: In der Sendung mit der Maus kam letze Woche ein Beitrag über Stoff, der aus Milch, genauer gesagt aus Kasein hergestellt wird. Das fand ich interessant und gleichzeitig fragwürdig, weil es ja immer kritisch ist, wenn landwirtschaftliche Fläche dazu genutzt wird, um was anderes als Lebensmittel herzustellen. Also habe ich ein bißchen recherechiert und diesen Artikel (plus kurzes Video) und dieses Interview gefunden. Hier wird Anke Domaske, die die Technologie erfunden hat interviewt und laut ihr soll nur solche Milch verwendet werden, die ohnehin nicht verarbeitet werden darf, weil sie die hohen deutschen Anforderungen nicht erfüllt. Gerade eben habe ich auch noch die offizielle Webseite des Unternehmens gefunden. Laut dieser hat die Produktion noch nicht begonnen, soll aber bald starten. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich dieses Projekt weiter entwickelt.
Kurioses: In unserem Garten blühen noch immer die Ringelblumen:
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