Kostüm Sew-Along 1: Stoff und Schnitt

Zu Retro-Kleidern habe ich ein zwiespältiges Verhältnis. Etwas an ihnen fasziniert mich, aber gleichzeitig kommt es selten vor, dass sie mir so richtig gut gefallen. Ich glaube, dass hat oft auch damit zu tun, dass sie mich an Zeiten erinnern, in denen ich als Frau nicht unbedingt hätte leben wollen. Ab und zu begegnet mir dann doch eines, dass mir richtig gut gefällt.  So geschehen, als Catherine auf Ihrem Blog den Sommerkracher zeigte. Auf den Fotos mit Jacke fand ich ihn noch etwas zu retro, im oben beschriebenen Sinn. Aber allerspätestens beim letzen Bild, dem Tragefoto ohne Jacke, war es um mich geschehen. Dieses Kleid wollte ich auch. Der Schnitt war relativ einfach und zu einem moderaten Preis zu bekommen, also ließ ich ihn mir aus USA schicken. Dann wußte ich nicht so recht weiter. Ich habe noch nie ein Kleid (noch nicht einmal einen Rock) für mich selbst genäht. (Noch nicht einmal für die Tochter, wenn ich es mir recht überlege). Ich versuchte verschiedene mentale Annäherungen an das Projekt (Schnittanpassung? Wie? Probestück? Aus welchem Stoff?). Dann rief Catherine zum Kostüm-Sew-Along (KSA) auf, von dem ich erst dachte, dass er nichts mit mir zu tun hat. Ich trage keine Kostüme und ich traue mir auch nicht zu, eines zu nähen. Erst als jemand in den Kommentaren fragte, ob Kleid und Jacke auch als Kostüm gelten, begann es in meinem Kopf zu rattern. Und ich kam zu dem Schluss: Dieses Sew-Along ist meine Chance, dieses Projekt durchzuziehen. Und mein Ehrgeiz ist geweckt: War ich ursprünglich nur an dem Kleid interessiert, habe ich beschlossen im Rahmen des KSA auch die Jacke zu nähen. Ich bin neugierig, wie die ganze Kombi an mir aussieht und ob sich die Jacke vielleicht auch zu etwas anderem kombinieren läßt. Catherine schreibt, der Schnitt ist einfach zu nähen und die ungefütterte Jacke sei ein gutes Übungsstück. Das macht mir Mut (obwohl wir vermutlich unterschiedliche Vorstellungen von „einfach“ haben). Also kein richtiges Kostüm, eine Art Kostüm light, für mich allerdings Herausforderung genug. (Handelt es sich eventuell um ein Jackenkleid? Ganz sicher bin ich mir nicht.) Also der Schnitt: Butterick 5214 von 1947. (Kann man übrigens auch hier, bei Schnitte des Todes noch mal bewundern.)

Und der Stoff: grün geblümte Retrobettwäsche. Das berühmt-berüchtigte Maybachufer ist ja leider ca. 250 km entfernt und ich bin auch noch nie dagewesen, steht aber demnächst mal an. Günstiger Stoff, der auch noch gut aussieht, für den Fall, dass das Projekt gelingt, ist also nicht so einfach zu beschaffen. Deswegen habe ich bei ebay 70er-Jahre Bettwäsche erstanden, zu einem Preis, der einen halbwegs moderaten Meterpreis ergibt. Leider ist die Bettwäsche sehr ungleichmäßig ausgeblichen, deswegen wird das Zuschneiden noch spannend.  Ich hoffe, dass ich es halbwegs hinkriege, eventuell muss der Rock nach unten hin blasser werden. Und für alle, die tapfer bis hierher gelesen haben, kommt jetzt endlich das Foto:

KSA Schnitt und Stoff1

Wenn ich richtig sehe, kann ich mich mit diesem Schnitt auch um die Schulterpolster drücken. Stört mich gar nicht, mit dem Reißverschluss werde ich vermutlich genug zu tun haben.  Knöpfe muss ich noch besorgen. Und ja, ich weiß, dass es sich hierbei nicht um ein herbsttaugliches Kleidungsstück handelt. Das ist mir im Moment aber noch herzlich egal. Denn ehrlich gesagt, übersteigt es meine Vorstellungskraft, dass ich dieses Ding wirklich genäht kriege, dass es mir dann auch tatsächlich passt und dass ich mir darin auch noch gefalle. Sollten am Ende alle drei Dinge eintreffen, kann ich mich immer noch über das falsche Kleidungsstück zur falschen Jahreszeit ärgern. Oder mich auf den nächsten Sommer freuen.

Dass die meisten anderen KSA-Teilnehmerinnen schlauer sind und sich richtige herbsttaugliche Kostüme nähen wollen, könnt Ihr hier nachlesen.

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2 Gedanken zu “Kostüm Sew-Along 1: Stoff und Schnitt

    1. Liebe Catherine,
      vielen Dank für die motivierenden Worte von Dir persönlich. Ich wünsche mir sehr, dass Du am Ende Recht haben wirst. (Und sollte ich es doch nicht scĥaffen, habe ich garantiert etwas dabei gelernt.)

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